Delmenhorster Kreisblatt, 5.9.2005

Frank-und-Nancy-Duo wurde Höhepunkt des Sinatra-Abends Jens Sörensen, Esther Gehrke und die Big Band Grambke in Hasport umjubelt Unterhaltsam und informativ präsentierte sich die „Sinatra Story" im Veranstaltungssaal Hasport. Sänger Jens Sörensen und die Big Band Grambke zeigten sich für den Swing-Abend bestens präpariert.

DELMENHORST Einen überraschend starken Andrang konnten die Macher der „Sinatra Story" am Sonntagabend im sonst eher kargen Veranstaltungssaal am Hasporter Damm verzeichnen. Mit viel Mühe war der Funktionsbau dekorativ zu einem passablen Clubsaal umfunktioniert worden, an dessen Tischgruppen sich nach kurzer Aufwärmphase Swingatmosphäre breit machen konnte. Von Anfang an ins Zentrum spielte sich dabei Sänger und Entertainer Jens Sörensen, der überzeugend in die Rolle des US-Jahrhundertidols Frank Sinatra schlüpfte und mit dessen Leben sowie einer scheinbar längst untergegangenen Musikepoche vertraut machte. Als passende Partner hatte Sörensen sich die Musiker der BBG-Bremen (Big Band Grambke) mitgebracht, die sich unter Leitung von Wolfgang Paltinat wie selbstverständlich - und ohne Verlust an Selbstbewusstsein - in die zweiten Reihe hinter Sörensen einreihten, um der historischen Sinatra-Situation gerecht zu werden. So erlebten die 250 Gäste nicht mehr die verdeckten oder offenen Bühnen-Hahnenkämpfe, die Frank Sinatra bei seinem Karrierestart einst mit Bandeleadern wie Benny Goodman um die Vorherrschaft im Ballsaal oder in den Clubs ausgetragen hatte. „Bevor Sinatra kam, standen die Solosänger klar die Sörensen die eingemeißelten Vor-Sinatra-Verhältnisse. Stark am realen Lebenslauf des Gesangsstars orientiert sang Sörensen mit rauchiger Stimme nicht nur bekannte und unbekannte Songs Sinatras sondern zog auch eine Bühnenshow ab, in der wichtige Lebensstationen des schillernden Individuums wie selbstverständlich an die Oberfläche gerieten. Sinatras spezielle Freundschaft zur Whisky-Sorte Jack Daniel und die damit verbundenen Alkoholexzesse und Abstürze bis hin zum Stimmenverlust thematisierte Sörensen nicht nur mit ständigem Nippen am Longdring-Glas. Vielmehr bot auch die Getränkekarte den Sinatra-Tröster zur Probe an, entweder in der Pur- oder mit Ein-Euro-Aufschlag in der Longdrink-Version. Der Funke im Saal sprang auch deshalb schnell über, weil man den seit vielen Jahren zusammenarbeitenden Bandmitgliedern der BBG Bremen, einer Abteilung des Turnvereins Grambke, ohne weiteres anmerkte, mit welcher Begeisterung sie die Zusammenarbeit mit Sörensen pflegen. Scheinbar mühelos erreichten sie dabei eine Swing-Qualität, die auch Profigruppen gut zu Gesicht stehen würde. Und in den seltenen Fällen, in denen sich einer der Ihren als Saxofon-, Piano- oder Trompeten-Solist präsentieren durfte, kam musikalischer Glanz zum Vorschein. Zu einem Höhepunkt des Abends wurde der sensibel und emotional vorbereitete Augenblick, in dem sich Sängerin Esther Gehrke zu Sörensen gesellte, um als Nancy Sinatra in ein umjubeltes Duett mit Vater Frank einzusteigen. Auch im realen Leben hatten die beiden bekanntlich gemeinsame Höhepunkte zu verzeichnen - auch wenn die Sinatra-Story unverblümt nachzeichnete. welch verkorkster Familienmensch sich hinter der Fassade des erfolgreichen Entertainers verbarg.

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