
Ein Abend mit "the voice"
Jens Sörensen und die Big Band BBG Bremen begeisterten mit der Sinatra-Story
"Schubidubidu". Die Big Band hat kaum die ersten Takte angestimmt,
da klatscht das Publikum schon begeistert die Hände. "Strangers in
the night." Im Rampenlicht lässt Er die Herzen schmelzen. Spot an für
Frankie Boy. Las Vegas in der Strandlust.
Von der Wand grinst das Original "in person", auf der Bühne steht
das Ebenbild. Im dunklen Anzug, den schwarzen Hut mit dem weißen Band in
die Stirn gezogen, singt Jens Sörensen von einsamen Herzen, die bei Nacht
zueinander finden. Mit der Big Band BBG Bremen präsentiert der Sänger
aus Oldenburg an diesem Abend in Vegesack die Sinatra-Story. Show-Premiere in
Club-Atmosphäre: 350 Gäste im Saal der Strandlust lauschen bei Kerzenlicht
Leben und Liedern von "the voice".
Jens Sörensen gibt in Aussehen, Stimme und Auftreten die perfekte Kopie
von Frank Sinatra. Schnippt lässig - "Come fly with me" - mit
den Fingern. Swingt "sittin’ on a rainbow" über die
Bühne. Flirtet wie einst "old blue eyes" aus ebenso blauen Augen
mit den Damen im Publikum. "I get a kick out of you." Schüttet
singend, ein Glas Jack Daniels in der Hand, zu wehmütigen Piano- und Saxophonklängen
sein Herz aus: "One for my baby and one for the blue."
Das klingt so echt und wirkt so locker-überzeugend, das man fast vergisst,
dass der Weltstar hier nicht selbst auf der Bühne steht. Sörensens
Stimme vermittelt die Illusion, "the voice" höchstpersönlich
im Ohr zu haben. Auch Theresa und William Lane aus Houston/Texas sind begeistert. "Die
Stimme ist zu 98 Prozent mit dem Original identisch", staunt William Lane. "Auch
das Verhalten auf der Bühne erinnert an Sinatra", findet seine Frau.
Frankie Boy selbst haben beide zwar nie live erlebt. "Nur im Fernsehen." Aber
seine Songs lieben sie. "Das ist Musik zum Entspannen."
Heike Lindthammer aus Bremen ist mit der Musik groß geworden. "Die
Texte erzählen etwas." Anders als die Musik heute, "wo einem mit
dem Holzhammer auf den Kopf geklopft wird." Die Show findet sie "fantastisch".
Der Oldenburger komme dem Original sehr nahe. "Er hat auch dieses Heisere
in der Stimme."
Sörensen ist Sinatra mit jedem Ton und jeder Geste. Er ist der von Ehrgeiz
getriebene Junge, der hoch hinaus will. "Fly me to the moon." Die großen
Hits bilden die Klangkulisse für einen Streifzug durch das Leben des Entertainers.
Sinatras Weg zur Musik, das Rat Pack, seine vier Frauen. Nummer drei, Mia Farrow,
war 19, als Frankie Boy sie mit 49 Jahren ehelichte. "You make me feel so
young", tänzelt Sörensen beschwingt über die Bühne.
Und frotzelt: "Endlich hatte ich Whiskey im Hause, der älter war als
meine Frau." Die Worte zwischen den Songs - mal sarkastisch, mal selbstironisch
- könnten Zitate aus dem Munde Sinatras sein. Sind sie aber nicht. "Die
Monologe stammen von mir", erzählt Sörensen. Zur Vorbereitung
auf die Sinatra-Story hat sich der Oldenburger, Jahrgang 1960, in das Leben von
Frankie Boy reingekniet. Biografien gelesen. "Da fiel mir erst auf, was
für eine interessante Karriere der Mann hatte." Eine mit Höhen
und Tiefen. Absturz durch Alkohol.
"Something stupid", singt Sinatra/Sörensen im Duett mit Esther
Gerke als "Tochter" Nancy. Doch wie Phoenix aus der Asche erklimmt
das Stehaufmännchen neue Ruhmesgipfel. "New York ist jetzt zu meinem
Wohnzimmer geworden!" Die Hymne auf den Big Apple reißt das Publikum
mit. "Bravo"-Rufe. Der Klassiker darf natürlich nicht fehlen.
Sörensen selbst liebt auch die leisen Klänge. "The Shadow of your
smile", wunderschön sanft vom Orchester begleitet, verzaubert das Publikum.
Der letzte Vorhang. "The final curtain". Doch das Publikum verlangt
mit stehenden Ovationen nach Zugaben. Die erhört werden.