Die Norddeutsche/Weser Kurier, 4.4.2005

Ein Abend mit "the voice"
Jens Sörensen und die Big Band BBG Bremen begeisterten mit der Sinatra-Story

"Schubidubidu". Die Big Band hat kaum die ersten Takte angestimmt, da klatscht das Publikum schon begeistert die Hände. "Strangers in the night." Im Rampenlicht lässt Er die Herzen schmelzen. Spot an für Frankie Boy. Las Vegas in der Strandlust.

Von der Wand grinst das Original "in person", auf der Bühne steht das Ebenbild. Im dunklen Anzug, den schwarzen Hut mit dem weißen Band in die Stirn gezogen, singt Jens Sörensen von einsamen Herzen, die bei Nacht zueinander finden. Mit der Big Band BBG Bremen präsentiert der Sänger aus Oldenburg an diesem Abend in Vegesack die Sinatra-Story. Show-Premiere in Club-Atmosphäre: 350 Gäste im Saal der Strandlust lauschen bei Kerzenlicht Leben und Liedern von "the voice".

Jens Sörensen gibt in Aussehen, Stimme und Auftreten die perfekte Kopie von Frank Sinatra. Schnippt lässig - "Come fly with me" - mit den Fingern. Swingt "sittin’ on a rainbow" über die Bühne. Flirtet wie einst "old blue eyes" aus ebenso blauen Augen mit den Damen im Publikum. "I get a kick out of you." Schüttet singend, ein Glas Jack Daniels in der Hand, zu wehmütigen Piano- und Saxophonklängen sein Herz aus: "One for my baby and one for the blue."

Das klingt so echt und wirkt so locker-überzeugend, das man fast vergisst, dass der Weltstar hier nicht selbst auf der Bühne steht. Sörensens Stimme vermittelt die Illusion, "the voice" höchstpersönlich im Ohr zu haben. Auch Theresa und William Lane aus Houston/Texas sind begeistert. "Die Stimme ist zu 98 Prozent mit dem Original identisch", staunt William Lane. "Auch das Verhalten auf der Bühne erinnert an Sinatra", findet seine Frau. Frankie Boy selbst haben beide zwar nie live erlebt. "Nur im Fernsehen." Aber seine Songs lieben sie. "Das ist Musik zum Entspannen."

Heike Lindthammer aus Bremen ist mit der Musik groß geworden. "Die Texte erzählen etwas." Anders als die Musik heute, "wo einem mit dem Holzhammer auf den Kopf geklopft wird." Die Show findet sie "fantastisch". Der Oldenburger komme dem Original sehr nahe. "Er hat auch dieses Heisere in der Stimme."

Sörensen ist Sinatra mit jedem Ton und jeder Geste. Er ist der von Ehrgeiz getriebene Junge, der hoch hinaus will. "Fly me to the moon." Die großen Hits bilden die Klangkulisse für einen Streifzug durch das Leben des Entertainers. Sinatras Weg zur Musik, das Rat Pack, seine vier Frauen. Nummer drei, Mia Farrow, war 19, als Frankie Boy sie mit 49 Jahren ehelichte. "You make me feel so young", tänzelt Sörensen beschwingt über die Bühne. Und frotzelt: "Endlich hatte ich Whiskey im Hause, der älter war als meine Frau." Die Worte zwischen den Songs - mal sarkastisch, mal selbstironisch - könnten Zitate aus dem Munde Sinatras sein. Sind sie aber nicht. "Die Monologe stammen von mir", erzählt Sörensen. Zur Vorbereitung auf die Sinatra-Story hat sich der Oldenburger, Jahrgang 1960, in das Leben von Frankie Boy reingekniet. Biografien gelesen. "Da fiel mir erst auf, was für eine interessante Karriere der Mann hatte." Eine mit Höhen und Tiefen. Absturz durch Alkohol.

"Something stupid", singt Sinatra/Sörensen im Duett mit Esther Gerke als "Tochter" Nancy. Doch wie Phoenix aus der Asche erklimmt das Stehaufmännchen neue Ruhmesgipfel. "New York ist jetzt zu meinem Wohnzimmer geworden!" Die Hymne auf den Big Apple reißt das Publikum mit. "Bravo"-Rufe. Der Klassiker darf natürlich nicht fehlen. Sörensen selbst liebt auch die leisen Klänge. "The Shadow of your smile", wunderschön sanft vom Orchester begleitet, verzaubert das Publikum. Der letzte Vorhang. "The final curtain". Doch das Publikum verlangt mit stehenden Ovationen nach Zugaben. Die erhört werden.

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