
Flotter Ritt durch Stilarten der Musik für coole Bläser
Der erste Titel führt in die Irre. Mit "That's all" beginnt
die BBG-Bigband ihr Konzert in der Jahnhalle. Dann folgt noch jede Menge mehr:
Swing, Latin, Souliges und Funkiges. Toll gespielt, klasse gesungen.
Die Bigband, die am vergangenen Freitag zum zweiten mal in Nordenham auftrat,
hatte wieder ein geschickt und bunt gemischtes Programm mitgebracht. Die bremer
Musikerinnen und Musiker, eine Mischung aus ehrgeizigen Laien und und Profis,
beeinducken das Publikum mit einem satten und glatten Bläsersound. Das
Fundament liefert die gut aufeinander abgestimmte Rhythmusgruppe. Schon nach
den ersten Nummern ist klar: Das wird ein gelungener Abend.
Der erste Eindruck täuscht nicht. Die Band hält den ganzen Abend über,
was sie versprochen hat. Vielseitige Bigband-Musik von "Waltz for Debbie" bis "Switch
in time", bei der Platz ist für gute Soli, bestimmt den Abend. Das
wäre fast schon genug, aber damit gibt sich die Band nicht zufrieden.
Sie hat eine S#ängerin und einen Sänger dabei - und die machten den
Auftritt zum Erlebnis.
Fast wie Frankie-Boy
Die BBg-Bigband bereitet sich gerade auf einen Abend vor, der Frank Sinatra
gewidmet ist. Der dürfte ein Erfolg werden, wie der Vorgeschmack auf das
Programm beim Konzert in der Jahnhalle vermuten lässt. Der Bremer Frank
heißt Jens, und der Nachname ist skandinavisch, nicht italienisch: Sörensen
statt Sinatra. Jens Sörensen schafft es tatsächlich, Frankie-Boy
nicht nur im Klang zu ähneln, sondern auch im Auftreten: Betont lässig
tritt er an den Bühnenrand, schiebt den schwarzen Hut ein wenig in Richtung
Nacken und legt los.
"The Lady is a tramp", "Come fly with me", "New York,
New York", ja sogar "My way" - Frank Sinatras Klassiker sing
Jens Sörensenganz im Sinne des großen Meisters. Die Gäste in
der Jahnhalle lassen sich das gern gefallen und applaudieren heftig.
Doch Jens Sörensen ist nicht allein. Die Sängerin der BBG-Bigband
heißt Esther Gehrke. Sie hat eine tolle Stimme, versteht zu singen und
macht jedes Lied zu ihrem eigenen. "How sweet it is" von James Taylor überzeugt
nicht weniger als "Birdland" von Jon Hendricks und Joe Zawinul. Und
selbst diejenigen, die Neil Diamond für einen Schnulzen-Sänger halten,
können nicht umhin, von der Interpretation, die die Bigband mit Esther
Gehrke von "September Morning" einstudiert hat, begeistert und gerührt
zu sein.
Bandleader Wolfgang Paltinat hält den ganzen Abend über die Fäden
in der Hand und führt die Band zu Höchstleistungen. neben anderen
liefern Posaunistin Katrin Begerow und Drummer Sönke Wittenbergfeine Solo-Einlagen
ab. Die Band will wiederkommen - kein Wunder bei einem Publikum, das begeistert
Zugaben verlangt.