Kreiszeitung Wesermarsch, 14.03.2005

Flotter Ritt durch Stilarten der Musik für coole Bläser
Der erste Titel führt in die Irre. Mit "That's all" beginnt die BBG-Bigband ihr Konzert in der Jahnhalle. Dann folgt noch jede Menge mehr: Swing, Latin, Souliges und Funkiges. Toll gespielt, klasse gesungen.

Die Bigband, die am vergangenen Freitag zum zweiten mal in Nordenham auftrat, hatte wieder ein geschickt und bunt gemischtes Programm mitgebracht. Die bremer Musikerinnen und Musiker, eine Mischung aus ehrgeizigen Laien und und Profis, beeinducken das Publikum mit einem satten und glatten Bläsersound. Das Fundament liefert die gut aufeinander abgestimmte Rhythmusgruppe. Schon nach den ersten Nummern ist klar: Das wird ein gelungener Abend.
Der erste Eindruck täuscht nicht. Die Band hält den ganzen Abend über, was sie versprochen hat. Vielseitige Bigband-Musik von "Waltz for Debbie" bis "Switch in time", bei der Platz ist für gute Soli, bestimmt den Abend. Das wäre fast schon genug, aber damit gibt sich die Band nicht zufrieden. Sie hat eine S#ängerin und einen Sänger dabei - und die machten den Auftritt zum Erlebnis.

Fast wie Frankie-Boy

Die BBg-Bigband bereitet sich gerade auf einen Abend vor, der Frank Sinatra gewidmet ist. Der dürfte ein Erfolg werden, wie der Vorgeschmack auf das Programm beim Konzert in der Jahnhalle vermuten lässt. Der Bremer Frank heißt Jens, und der Nachname ist skandinavisch, nicht italienisch: Sörensen statt Sinatra. Jens Sörensen schafft es tatsächlich, Frankie-Boy nicht nur im Klang zu ähneln, sondern auch im Auftreten: Betont lässig tritt er an den Bühnenrand, schiebt den schwarzen Hut ein wenig in Richtung Nacken und legt los.
"The Lady is a tramp", "Come fly with me", "New York, New York", ja sogar "My way" - Frank Sinatras Klassiker sing Jens Sörensenganz im Sinne des großen Meisters. Die Gäste in der Jahnhalle lassen sich das gern gefallen und applaudieren heftig.
Doch Jens Sörensen ist nicht allein. Die Sängerin der BBG-Bigband heißt Esther Gehrke. Sie hat eine tolle Stimme, versteht zu singen und macht jedes Lied zu ihrem eigenen. "How sweet it is" von James Taylor überzeugt nicht weniger als "Birdland" von Jon Hendricks und Joe Zawinul. Und selbst diejenigen, die Neil Diamond für einen Schnulzen-Sänger halten, können nicht umhin, von der Interpretation, die die Bigband mit Esther Gehrke von "September Morning" einstudiert hat, begeistert und gerührt zu sein.
Bandleader Wolfgang Paltinat hält den ganzen Abend über die Fäden in der Hand und führt die Band zu Höchstleistungen. neben anderen liefern Posaunistin Katrin Begerow und Drummer Sönke Wittenbergfeine Solo-Einlagen ab. Die Band will wiederkommen - kein Wunder bei einem Publikum, das begeistert Zugaben verlangt.

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