Weser Kurier/Wümme-Zeitung, 06.10.2003

Es war mehr als nur Swing
Big Band Grambke stellte ihre neue CD in der Music Hall vor

Prima, solch ein voller Big Band Sound: Der geht ins Blut und in die Beine. Die Big Band Grambke, kurz BBG, servierte in der Music Hall mitreißende Rhythmen, und sie spielte nicht nur Swing, sondern unter dem Motto: „More than swing“ auch Latin und Blues. Gleichzeitig stellte die Band ihre zweite CD vor. „Swing in Time“ erschien soeben auf dem Markt.
Die Ausführenden hätten sich Mühe gegeben, berichtete Produzent Stefan Ulrich zu Beginn des Konzerts über die Aufnahmen. Wie auf dem Kasernenhof sei es zugegangen. Eine geballte Ladung stimmgewaltiger Kraft habe gebannt werden wollen. Im Tonfall von Marcel Reich-Ranicki erzählte Ulrich von geschmackvollen Arrangements und Wohlklang in den Ohren.

Mit einem vollen Swing legte die 1985 gegründete Band los: „Groovin’ Hard“, was auch auf der CD ist. Bandleader Wolfgang Paltinat, 41 Jahre alt und Trompeter, entdeckte mit zehn Jahren seine Liebe zu Blechblasinstrumenten. Er nutzte seine Kontakte zum TSV Lesum und TV Grambke, um eine Big Band auf die Beine zu stellen. Heute gehören 22 Musiker dazu, und nicht alle kommen direkt aus Bremen. Jeweils 16 spielten auf der damit vollen Bühne der Music Hall – mehr Platz war nicht da. Saxofone, Trompeten, Posaunen wurden von Gitarre, Bass, Piano und Schlagzeug unterstützt. Hinzu kam die Sängerin Marion Wendt.
„I’ve Got You Under My Skin“ hauchte die blonde Lady im kleinen Schwarzen ins Mikrofon. Doch sie konnte auch kraftvoll singen, setzte sich perfekt gegen die nicht gerade leisen Instrumentalisten durch. Auch wenn die Melodien in die Höhe eilten, Marion Wendts Stimme wurde nicht schrill. Elegant bewegte sie sich zu den Rhythmen. „Almost Like Being In Love“ intonierte sie ein glückliches Liebeslied. Prima brachte sie auch „For Once In My Life“ rüber und erzählte engagiert über den „Bad Leroy Brown“. Jubel und anerkennende Pfiffe kamen von den Zuhörern besonders bei „New York, New York“, das die Sängerin textbewusst und mit Herz zum Besten gab.

Auf der CD ist auch der Titel „Quincy (Jones) and the Count (Basie)“, der im rhythmischen Swing gut über kam. Immer wieder glänzten Solisten bei den Stücken, so der Bandleader beim balladenartigen „Little Darling“ mit seiner Trompete oder der Gitarrist Zupfend beim in Fahrt kommenden „Night Train“. Kein eigentliches Stück für eine Big Band ist „Spinning Wheel“, den die BBG auch spielte. Ein eigenes Arrangement mit Piano bot die Band schließlich bei dem Jazz-Klassiker „Send In The Cowns“. „More than swing“ sollte ja geboten werden, und an das Versprechen hielten sich die Musiker beim Latin-Sound „Tiger of San Pedro“ mit Trompetenrufen zu Beginn und fetzigem Dschungelgetrommel auf dem Schlagzeug zum Schluss. Die Solisten bekamen dafür begeisterten Zwischenapplaus. Gut gefiel auch, dass die Band selbst bei bekannten Stücken ihren eigenen Sound entwickelte.

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