Kreiszeitung Wesermarsch, 23.03.2004

Ganze Palette: Druckvoll, elegant schmusig
Big Band Grambke beherrscht alle Spielarten: Von Swing über Stevie Wonder bis Blood, Sweat & Tears

Gegen Swing spricht nichts. Das findet auch die Big Band Grambke und spielt Swing: Mit viel Druck, aber gleichzeitig elegant. Gegen andere Musikstile spricht auch nichts, ist die Band überzeugt. Deshalb hat sie auch Latin, Blues und Funk im Repertoire. Natürlich auch gleichzeitig elegant und druckvoll gespielt, mit Stil und Schwung.

Zu hören war die Band aus Bremen am Wochenende in der Jahnhalle. Unter der Leitung von Wolfgang Paltinat ließen es die Musiker soch richtig grooven und interpretierten ein Programm, das Freunden modernen Big Band-Klangs das Herz erfreute. Da waren sie versammelt, die Klassiker wie "Tuxedo Junction" und "Ain't misbehavin'", die Entertainer-Sahnestückchen von "New York, New York" bis "Bad, bad Leroy Brown", Schmuseballaden von Neil Diamond, Hübsches von Stevie Wonder und die heiße Melange von Blood, Sweat & Tears. Wem all das noch nicht reichte, der bekam auch Dschungelrhythmen wie bei "Tiger of San Pedro".
Die Big Band, die aus einigen wenigen Profis und vielen ambitionierten Laien besteht, kann sich eine solche Repertoire-Breite leisten. Sie verfügt über eine ausgezechnete Rhythmus-Gruppe, die für jedes Stück ein tragfähiges Fundament lieferte. Darauf konnten sich die fünf Saxofonisten, die vier Posaunisten und die (mit dem Bandleader) fünf Trompeten verlassen und zeigen, was sie alles drauf haben. Das ist eine ganze Menge. Der Klang der Big Band Grambke ist immer voll und einheitlich. Nicht wenige Mitglieder der Band sind auch versierte Solisten, allen voran Katrin Begerow (Posaune), die schnell eine Fangemeinde in der Jahnhalle hatte.

Ausgezeichnete Sängerin

Weil selbst der schönste Bläserklang durch Gesang noch vervollkommnet wird, hat die Big Band Grambke Marion Wendt. Die Sängerin besitzt eine vielseitige und gut ausgebildete Stimme, die sie bei Liebesliedern wie "I've got you under my skin" ebenso überzeugend einzusetzen weiß wie bei dem nach kraftvollem Ausdruck verlangenden "Bad, bad Leroy Brown". So wie die Band selbst altbekannten Arrangements ihren eigenen Stempel aufdrückt, so gelingt das auch Marion Wendt mit ihren Interpretationen der sehr bekannten Titel. "Just the way you are" hätte sicher auch den Beifall Billy Joels gefunden.
Vor allem im ersten Teil des Konzerts widmete sich die Band echten Swing-Titeln, die zweite Hälfte hatte von der Rumba bis zum Walzer alles im Angebot. Diese Vielseitigkeit beeindruckte das Publikum - das aber leider nicht so groß war, wie die Big Band es verdient gehabt hätte.

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