
Ganze Palette: Druckvoll, elegant schmusig
Big Band Grambke beherrscht alle Spielarten: Von Swing über Stevie Wonder
bis Blood, Sweat & Tears
Gegen Swing spricht nichts. Das findet auch die Big Band Grambke und spielt Swing: Mit viel Druck, aber gleichzeitig elegant. Gegen andere Musikstile spricht auch nichts, ist die Band überzeugt. Deshalb hat sie auch Latin, Blues und Funk im Repertoire. Natürlich auch gleichzeitig elegant und druckvoll gespielt, mit Stil und Schwung.
Zu hören war die Band aus Bremen am Wochenende in der Jahnhalle. Unter
der Leitung von Wolfgang Paltinat ließen es die Musiker soch richtig
grooven und interpretierten ein Programm, das Freunden modernen Big Band-Klangs
das Herz erfreute. Da waren sie versammelt, die Klassiker wie "Tuxedo
Junction" und "Ain't misbehavin'", die Entertainer-Sahnestückchen
von "New York, New York" bis "Bad, bad Leroy Brown", Schmuseballaden
von Neil Diamond, Hübsches von Stevie Wonder und die heiße Melange
von Blood, Sweat & Tears. Wem all das noch nicht reichte, der bekam auch
Dschungelrhythmen wie bei "Tiger of San Pedro".
Die Big Band, die aus einigen wenigen Profis und vielen ambitionierten Laien
besteht, kann sich eine solche Repertoire-Breite leisten. Sie verfügt über
eine ausgezechnete Rhythmus-Gruppe, die für jedes Stück ein tragfähiges
Fundament lieferte. Darauf konnten sich die fünf Saxofonisten, die vier
Posaunisten und die (mit dem Bandleader) fünf Trompeten verlassen und
zeigen, was sie alles drauf haben. Das ist eine ganze Menge. Der Klang der
Big Band Grambke ist immer voll und einheitlich. Nicht wenige Mitglieder der
Band sind auch versierte Solisten, allen voran Katrin Begerow (Posaune), die
schnell eine Fangemeinde in der Jahnhalle hatte.
Ausgezeichnete Sängerin
Weil selbst der schönste Bläserklang durch Gesang noch vervollkommnet
wird, hat die Big Band Grambke Marion Wendt. Die Sängerin besitzt eine
vielseitige und gut ausgebildete Stimme, die sie bei Liebesliedern wie "I've
got you under my skin" ebenso überzeugend einzusetzen weiß wie
bei dem nach kraftvollem Ausdruck verlangenden "Bad, bad Leroy Brown".
So wie die Band selbst altbekannten Arrangements ihren eigenen Stempel aufdrückt,
so gelingt das auch Marion Wendt mit ihren Interpretationen der sehr bekannten
Titel. "Just the way you are" hätte sicher auch den Beifall
Billy Joels gefunden.
Vor allem im ersten Teil des Konzerts widmete sich die Band echten Swing-Titeln,
die zweite Hälfte hatte von der Rumba bis zum Walzer alles im Angebot.
Diese Vielseitigkeit beeindruckte das Publikum - das aber leider nicht so groß war,
wie die Big Band es verdient gehabt hätte.