
Gesungener Lebensweg mit bestem Freund Jack
"Sinatra Story" begeisterte 250 Gste / Geglckte Zusammenarbeit von Profi und Amateuren
DELMENHORST. Mit "My Way" endete die Karriere von Frank Sinatra, und mit "My Way" endete auch die "Sinatra Story" am Sonntagabend im Veranstaltungssaal Hasport. Passend zum Inhalt, einer Art Lebensbilanz, hatte sich der Snger Jens Srensen den wohl bekanntesten Hit des amerikanischen Entertainers bis zum Schluss aufgespart.
Bis dahin hatten die etwa 250 Gste schon manchen Swing-Klassiker genossen, von "Night & Day" ber "Mack the Knife" und "I Get a Kick out of You" bis zu den unvermeidlichen "Strangers in the Night" und "New York, New York". Fr den typischen Big-Band-Sound zeichnete die BBG Bremen verantwortlich. Dass die 13 Blechblser plus Schlagzeuger, Bassist, Gitarrist und Pianist unter der Leitung von Wolfgang Paltinat im Gegensatz zu Profi Srensen allesamt Amateure und formal gesehen eine Abteilung des Turnvereins Grambke sind, fiel dabei berhaupt nicht auf. Im Gegenteil: Gemeinsam prsentierten sie eine Show aus einem Guss, die manchmal fast schon zu routiniert wirkte.
Den roten Faden bildete Sinatras Lebensgeschichte, die Srensen zwischen den einzelnen Titeln erzhlte. Auer, dass er sich der deutschen Sprache bediente, behielt er auch fr diese Moderationen die Rolle als "The Voice" bei. Mit seinem Vorbild abgeschauter lssiger Arroganz zeichnete der Snger die groen Erfolge des Stars nach, lie aber auch die verhngnisvolle Beziehung zum "besten Freund Jack" - Jack Daniel's Whisky, der auch an den in Club-Manier aufgestellten Tischen zu bestellen war - und die nicht zuletzt aus dieser Beziehung resultierenden Abstrze nicht aus. So zeigte Srensen auf einer als Kneipe gestalteten Nebenbhne mit "One for the Road" einen am Boden zerstrten Mann, dem niemand mehr ein Comeback zutraute.
Das in Sinatras Leben aber doch kam und im Programm durch das einzige Duett dargestellt wurde. Gemeinsam mit "Nancy", Sinatras Tochter aus der ersten von vier Ehen, sang Srensen "Something Stupid". Fr die Einlage wurde BBG-Sngerin Esther Gehrke mit besonders viel Applaus bedacht. Allein bewies sie ihre gesanglichen Qualitten spter noch einmal bei den Zugaben.
Die forderte das: anfnglich eher verhaltene Publikum schlielich mit stehenden Ovationen ein. Zu der wachsenden Begeisterung drfte nicht nur die grere Hit-Dichte nach der Pause beigetragen haben, sondern auch die strkere Einbeziehung der Zuschauer. Bei "The Lady is a Tramp" etwa verteilte Srensen Rosen an einige weibliche Franky-Fans. Und zu "I've got You under My Skin" holte er zwei Mnner auf die Bhne, die angeblich "zufllig genauso aussehen wie meine Freunde Dean Martin und Sammy Davis jr.". Nach kurzer Anleitung schnippten die beiden spontan ernannten Mitglieder des "Ratpacks" locker mit und meisterten sogar die zustzliche Beinarbeit ausgesprochen souvern. "Everybody Loves Somebody Sometimes" (Martin) und "Mr. Bo Jangles" (Davis) brauchten sie allerdings nicht zu singen. Das bernahm Srensen dann doch lieber selbst.